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Ruheberg Schwarzwald/Oberried
Letzte Ruhe inmitten der Schwarzwaldberge
Buch der Erinnerung

In Erinnerung an Kurt Gebel ...



Name: Gebel, Kurt
Geburtsort: Freiburg i. Br.
Geboren am: 05.02.1934
Gestorben am: 06.04.2013
Gestorben in: Waldshut
Auszug aus der Ansprache bei der Gedenkfeier
Wir sind heute zusammengekommen, um gemeinsam in Gottes Natur Abschied zu nehmen, von unserem lieben Verstorbenen Kur Gebel

Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für, ehe die Berge geboren wurden, die Erde und die Welt erschaffen wurden, bist du, oh Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Du lässt die Menschen zurückkehren zum Staub und sprichst :
Kommt wieder ihr Menschenkinder.
Denn tausend Jahre sind für dich wie der Tag, der gestern vergangen ist, wie eine Wache in der Nacht.
Von Jahr zu Jahr sähst du die Menschen aus, sie gleichen dem sprossenden Gras. Am Morgen grünt es und blüht, am Abend wird es geschnitten und welkt.
Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.
Herr zeige mir wie kurz das Leben ist und dass mein Ende unweigerlich kommt, mach mir bewusst, wie wenig mir noch bleibt, die Erinnerung meines Lebens ein paar Handbreit, ein Weilchen nur, ein Licht in deinen Augen, wie fest meint jeder Mensch zu stehen und ist in Wahrheit nur ein Hauch der kommt und geht.

Eine solche Verabschiedung ist auch gleichzeitig eine Aufforderung an uns Lebende zu bedenken, dass auch unsere Zeit abläuft.
Nach unserer Gebur gibt es nur noch ein Ereignis in unserem Leben, das unumstösslich feststeht, .... der Tod.
Die Geburt eines Menschen ist Anlass zu Glückwünschen, Geschenken und allgemeiner Freude.
Der Tod würdigt uns zu Beileidsbekundungen und gedämmter Stimmung.
- Der Gegensatz könnte kaum größer sein, ein Kind wird freudig erwartet, auf den Tod freut sich kaum jemand.
Der Tod wird in unserer heutigen Gesellschaft ignoriert, solange es nur irgendwie geht.
Für die Vorbereitung auf eine Geburt nehmen wir uns sehr viel Zeit, wenn sich aber jemand bewusst auf en Tod vorbereitet, dann empfinden wir das als unpassend.
Der Zeit der Ereignisse in unserem Leben, die unvermeidlich sind, begegnen wir also auf sehr unterschiedliche Weise, und wenn es möglich wäre, würden wir den Tod ganz aus unserem Leben ausklammern, aber genau das ist nicht möglich. Denn der Tod steht ja als unüberwindbares Hindernis quer zu unserem Lebensweg. Es ist unvermeidlich, dass wir auf ihn stossen. Früher oder später werden uns Krankheit, Alter oder der Tod eines Angehörigen oder Freundes zwingen, uns damit zu befassen.
Dann strömen die Fragen verstärkt auf uns ein, dann merken wir auch, wie selten wir über den Tod nachgedacht haben, obwohl alle Menschen diesen Weg einmal gehen müssen ....

Bevor wir nun den Lebenslauf hören, möchte ich ein Gedicht von Hermann Hesse voranstellen:

Jede Blüte wird zur Frucht - Jeder Morgen Abend werden
Ewig ist es nicht auf Erden - als der Wandel als die Frucht
Auch der schönste Sommer will - einmal Herbst und Kälte spüren
Halte Blatt geduldig still - wenn der Wind dich will entführen
Spiel dein Spiel und wehr dich nicht - lass es still geschehen
Lass vom Winde der dich bricht - dich nach Hause wehen

Ruheberg, 11.05.2013

Lebenslauf Kurt Gebel
Am 05.02.1934 erblickte Kurt Gebel als 4. von 7 Kindern in Freiburg das Licht der Welt.

Seine Kindheit war geprägt durch den 2. Weltkrieg. Als kleiner Junge musste er als Hirtenbub im Münstertal für die Familie etwas dazu verdienen und später dann durch "Hamstern" vom Kaiserstuhl über den Schwarzwald bis ins Allgäu, seinen Beitrag zur Ernährung der Familie leisten.

Nach dem frühen Tod seines Vaters musste er seine Schreinerlehre abbrechen und sich eine Arbeit suchen, damit er seine Mutter und die 3 jüngeren Geschwister finanziell versorgen konnte.

Kurt Gebel hat, bis auf seine älteste Schwester, die im Alter von 80 Jahren im Jahre 2004 verstarb, alle anderen Geschwister schon in jungen Jahren verloren.

Im Jahre 1952 ab es in der Firma Rhodia AG in Freiburg einen "Betriebsunfall" !!! Der Zusammenstoss - zweier Köpfe hat statt Schmerz einen Funken der Liebe entzündet, denn da lernte er vor 61Jahren seine Olga kennen, mit der er dann 58 Jahre verheiratet war. Ja, das war Liebe auf den ersten Blick - denn beide gingen miteinander durch Dick und Dünn.

Ihre gemeinsame Leidenschaft war die Liebe zu den heimischen Wäldern und Auen, wo sie im Sommer Pilze und Beeren gesammelt haben, ja, bis es die Gesundheit nicht mehr zuließ.

Aus der Ehe von Kurt und Olga gingen die Tochter Angelika und der Sohn Peter hervor.
Manche trifft das Schicksal hart, so auch die beiden ! denn mit 19 Jahren musste der Sohn Peter bei einem Verkehrsunfall sein Leben lassen.
Nur duch den Zusammenhalt der ganzen Familie konnte die schlimme Zeit überstanden werden.

Kurt's größter Stolz waren seine 3 Enkelbuben Heiko, Dirk und Sven, seine größte Freude die beiden Urenkelinnen Elena und Isabelle.

Seine eigenen Leiden versuchte er vor seiner Familie immer wieder zu verbergen, denn sein höchster Anspruch an sich selbst war, stets dafür zu sorgen, dass es der Familie gut ging und er "bloß niemanden zur Last fallen müsse".
Deshalb hat er bereits im vergangenen Jahr selbst noch alles geregelt, was für den Fall seines Ablebens wichtig war und immer wieder seine Wünsche dazu geäußert.

Selbst als ihn durch die Kkrankheit die Kraft verließ, war er bis zu seiner letzten Minute darauf bedacht, an das Wohlergehen seiner Familie zu denken.

Seine Verbundenheit zur Natur ließ in ihm den Wunsch wachsen, seine letzte Ruhestätte - die er selbst aussuchte - in Gottes Natur in Oberried auf dem Ruheberg zu finden.

Kurt Gebel - ein bemerkenswerter Mann -

Ruheberg, am 11.05.2013

Botschaft an die Familie
Wenn Du bei Nacht zum Himmel emporschaust,

dann werde ich auf dem schönsten der vielen, vielen Sterne sitzen

und zu Dir herabwinken.

Ich werde Dir Trost und Licht senden,

damit Du mich in Deiner Welt sehen kannst und nicht vergisst.

Traurig aber sollst du nicht mehr sein,

denn schau nur:

Ich habe jetzt einen eigenen Stern !


Lieber Papi,

ich habe deinen Wunsch an diesem Tage an alle anderen weitergeleitet

Ruheberg, 11.05.2013

Du fehlst
Lieber Papi,

leider war es mir trotz aller Mühe nicht möglich, dir zum Schluss, deine Beschwerden zu erleichtern.

Wie schmerzlich, zusehen zu müssen, wie du immer schwächer wurdest und dein Leiden immer mehr zunahm.

Nur die Gewissheit, dass dich der Tod von allem, was du bis dahin ertragen musstet, erlöst hat und das Bewusstsein, was noch alles an Leiden auf dich zugekommen wäre, macht es mir leichter, zu akzeptieren, dass du nicht mehr da bist.

Ich sehe dich noch immer bei uns auf der Eckbank sitzen, wenn wir uns immer dienstags, wenn die Mutti im Turnen war, unterhalten haben und du mir soviel aus der Vergangenheit erzählt hast.

Ich danke dir, dass du mich so viele Jahre meines Lebens begleitet hast und mir immer eine große Stütze warst.


Deine Angelika

Hartheim im Mai 2013

Für Dich
Lieber Papi,

inzwischen ist schon ein Jahr vergangen, seit du von uns gegangen bist.
Und trotzdem habe ich immer das Gefühl, dass du noch unter uns weilst.

Wenn ich Dich in Oberried besuche, stelle ich mir immer vor, dass du nun anstelle von früher, wo du bei uns im Eßzimmer auf der Eckbank gesessen hast, heute auf dem Bänkchen nahe deiner Ruhestätte sitzt und auf die Mutti und mich wartest.

Hartheim, im April 2014

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Ganz weit draußen am Ende des Regenbogens
werde ich auf Euch warten,
werde sitzen bleiben
mit verschränkten Armen über den Knien,
damit ihr nicht seht und nicht zu früh erfahrt
mit welcher Sehnsucht ich Euch erwartet habe.

Immer, wenn wir von dir erzählen,
fallen Sonnenstrahlen in unsere Seelen. Unsere Herzen halten dich gefangen, so, als wärst du nie gegangen. Was bleibt,sind Liebe und Erinnerung.
Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren.

Olga und Angelika

Hartheim, 22.07.2014